Zehn Tipps für den Steuerausgleich • NEWS.AT

Jedes Jahr grüßt die Arbeitnehmerveranlagung: Im Durchschnitt bekommt der Steuerzahler 250 Euro zurück. Wer weiß wie, der kann sich dementsprechend mehr Geld vom Finanzamt holen. Wir liefern Ihnen 10 Tipps für den Steuerausgleich, damit mehr zurück ins Börserl fließt.


1. Wann lohnt sich ein Steuerausgleich?

Ein Steuerausgleich lohnt sich immer. Kleinverdiener und Personen mit niedriger Rente profitieren beispielsweise, auch wenn sich keine zusätzlichen Absetzbeträge haben. Können Sie folgende Fragen mit Ja beantworten, dann lohnt sich der Steuerausgleich für Sie garantiert:

Haben Sie während des Kalenderjahres den Arbeitgeber gewechselt oder waren Sie nicht ganzjährig beschäftigt?Haben Sie aufgrund eines geringen Einkommens Anspruch auf die sogenannte Negativsteuer ?Haben Sie Anspruch auf den Alleinverdiener- bzw. den Alleinerzieherabsetzbetrag, den Kinderzuschlag oder eine Pendlerpauschale, welche jedoch bei der Lohnverrechnung nicht berücksichtigt wurden?Können Sie Werbungskosten, Sonderausgaben und/oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen, die noch nicht in einem Freibetragsbescheid berücksichtigt wurden?Haben Sie im Laufe des Kalenderjahres unterschiedlich hohe Bezüge (hohe Gehaltserhöhung, Überstunden-
Vergütung etc.) erhalten und hat Ihr Arbeitgeber keine sogenannte Aufrollung (Neuberechnung der Lohnsteuer durch den Arbeitgeber mit gleichen monatlichen Bezügen) durchgeführt? 2. Was sind die wichtigsten Absetzposten?

Viele Arbeitnehmer lassen sich Geld entgehen, weil sie nicht genau wissen, was genau man alles als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen deklarieren kann. So fällt unter letzteres beispielsweise auch die Begleichung von Kosten für einen Familienangehörigen. Ein weiterer wichtiger Absetzposten sind die . Zu ihnen sämtliche Ausgaben, die direkt mit der Ausübung des Berufes zusammenhängen. Das betrifft unter anderem Arbeitskleidung, Computer, Arbeitsmittel und Werkzeuge, Aus- und Fortbildung, Umschulung, Fachliteratur oder Fahrtkosten.

Aber Achtung, hier gibt es Neuerungen:Sonderausgaben wie Versicherungsprämien oder Kosten der Wohnraumschaffung und -sanierung sind künftig nicht mehr absetzbar. Für bestehende Verträge, die vor dem 1. Jänner 2016 abgeschlossen werden, soll die geltende Regelung noch fünf Jahre bis zur Veranlagung für das Kalenderjahr 2020 beibehalten werden. Für Neuverträge gibt es bereits ab der Veranlagung für das Kalenderjahr 2016 keine Absetzmöglichkeit mehr. Spenden, Kirchenbeiträge und Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung und den Nachkauf von Versicherungszeiten werden im Rahmen der Veranlagung nun automatisch berücksichtigt, es findet ein Datenaustausch zwischen den Organisationen und der Finanzverwaltung statt. Dies gilt jedoch erst für Zahlungen, die ab 2017 geleistet werden.

3. Wie setzt man Spenden von der Steuer ab?

Spenden für wohltätige Organisationen sind generell absetzbar, allerdings darf der Betrag 10 Prozent der Jahreseinkünfte nicht überschreiten. entspricht, von der Steuer absetzbar. Nähere Infos dazu finden Sie unter Sonderausgaben. Die ist lang und online am Serviceportal des Finanzministeriums abrufbar.

4. Was ist die Negativsteuer für Geringverdiener?

Pensionisten können 2016 erstmals Negativsteuer geltend machen – und zwar bis zu 55 Euro für das abgelaufene Jahr 2015. Voraussetzung ist eine Pension unter der Steuerfreigrenze von rund 14.000 Euro brutto jährlich. Für Arbeiter und Angestellte mit derart niedrigen Einkommen wird die Negativsteuer 2016 deutlich ausgeweitet – und sie soll erstmals automatisch ausgezahlt werden.

Jenen Arbeitnehmern, die so wenig verdienen, dass sie zwar Sozialversicherung aber keine Lohnsteuer bezahlen, wird ein Teil der Sozialbeiträge rückerstattet. Diese Gutschrift war bisher mit 110 Euro (bzw. maximal einem Fünftel der Sozialbeiträge) gedeckelt. Ab 2016 werden bis zu 400 Euro (bzw. maximal die Hälfte der Sozialbeiträge) rückerstattet. Anspruchsberechtigt sind alle Arbeitnehmer, die zwar Sozialversicherung bezahlen, deren Einkommen aber unter der Steuerfreigrenze von rund 14.000 Euro Jahresbrutto liegt. Besteht zusätzlich noch Anspruch auf Pendlerpauschale, erhöht sich die Gutschrift auf 500 Euro. Für 2015 muss die Negativsteuer noch beim Finanzamt beantragt werden. Die Gutschrift für das Jahr 2016 soll dann automatisch ausgezahlt werden. Fließen wird das Geld freilich weiterhin erst im Nachhinein, also Mitte des Jahres 2017.

5. Was tun, wenn man nachzahlen muss?

Keine Sorge braucht man wegen Nachzahlungen zu haben. Wolfgang Piribauer, Steuerexperte und Partner der Wiener Kanzlei TPA Horwath, hat News folgenden Tipp gegeben: Wer einen Bescheid mit einer Nachzahlung bekommt, kann diesen beseitigen, indem er den Antrag auf freiwillige Arbeitnehmerveranlagung innerhalb eines Monats zurückzieht. Die Steuerprüfer sollte man selbst auch prüfen, denn gewisse Beträge erkennen sie nicht an. Daher ist der Steuerbescheid genau zu kontrollieren. Für Einsprüche hat man einen Monat nach Bescheiderstellung Zeit. Dafür empfiehlt sich das Engagement eines Steuerberaters. Dessen Honorar ist zudem in voller Höhe absetzbar.

6. Wie lange hat man Zeit für Änderungen?

Für nachträgliche Änderungen, wenn etwa Zahlungen oder Absetzposten vergessen werden, steht einem ein Jahr zur Verfügung. Wichtig ist, dass die Belege sieben Jahre lang aufbewahrt werden. Idealerweise sortiert und kategorisiert man diese in Lebensbereiche – in privat, beruflich, Gesundheit und Kinder. Damit hat man alle Rechnungen griffbereit, wenn die Finanz – in seltenen Fällen – danach fragt. Jedenfalls sollten Rechnungen nicht vorab dem Finanzamt übermittelt werden. Die werden nicht bearbeitet und sind dann weg , sagt TPA-Experte Piribauer.

7. Wie viel bekomme ich für Handy und Telefon zurück?

Bei der Abschreibung für das Handy gilt Ähnliches wie beim Computer. Ein Computer, der privat gekauft wurde, aber auch beruflich genutzt wird, kann als Werbungskosten abgeschrieben werden. Allerdings müssen Sie 40 Prozent vom Preis des Gerätes abziehen, da das Finanzamt von einer gewissen Privatnutzung ausgeht. Das gleiche gilt für Handys: Kauft man sich ein Handy um 100 Euro, so sind nur 60 Euro abschreibbar.

8. Wann ist eine doppelte Haushaltsführung absetzbar?

Aus beruflichen Gründen muss in manchen Fällen eine Zweitwohnung her – und die ist absetzbar. Vorausgesetzt, man arbeitet zumindest 80 Kilometer vom Wohnort entfernt, die Fahrtzeit beträgt mehr als eine Stunde und die Verlegung des Wohnsitzes zum Arbeitsplatz ist nicht zumutbar. So dürfen beispielsweise Miet- und Betriebskosten sowie notwendige Einrichtungsgegenstände für die Zweitwohnung geltend gemacht werden – oder es können Hotelkosten bis zu 2.200 Euro monatlich abgesetzt werden.

9. Sind Allergien steuerlich absetzbar?

Ja, sind sie. Die Kosten für die Behandlung von Allergien zählen ebenfalls zu den außergewöhnlichen Belastungen. Allerdings nur dann, wenn die Kosten den Selbstbehalt übersteigen. Übrigens sind im Bereich Krankheitskosten auch Fahrtkosten zu Ärzten oder Krankenhäusern sowie Fahrtkosten von Angehörigen, die bei Besuchen des Kranken entstanden sind, absetzbar.

10. Wo gibt es weitere Informationen?

Auf der Website des Bundesministeriums kann man das Steuerbuch Darin sind wertvolle Tipps zur Arbeitnehmerveranlagung enthalten.

Steuertipps der Arbeiterkammer stehen Arbeitnehmern unter zur Verfügung. Die das beim Ausfüllen der Arbeitnehmerveranlagung hilft. Jede und jeder Einzelne wählt per Checkbox jene Positionen aus, die auf sie oder ihn selber zutreffen. Hinter jedem einzelnen Eintrag liegt ein kurzer Videoclip, der erläutert, welcher Betrag abgesetzt werden kann und wo dieser im Steuerformular einzutragen ist.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) gibt mithilfe auch heuer wieder wertvolle Tipps, wie man sich sein Geld zurückholen kann. Das Buch bietet einen kompakten Überblick über Einsparungsmöglichkeiten und zeigt, wie man seine Steuern im Nachhinein wieder zurück erstattet bekommt. Fallbeispiele aus der Praxis sollen dabei helfen. Darüber hinaus gibt das Buch eine Reihe weiterer Tipps zum vorausschauenden Sparen.

Es lohnt sich auch – vor allem bei größeren Absetzbeträgen – einmal einen Steuerberater aufzusuchen. Er kann in konkreten Fällen noch detaillierter darüber Auskunft geben, wie etwas optimal steuerlich abgesetzt werden kann. Das Honorar des Steuerberaters kann übrigens im vollen Umfang von der Steuer abgesetzt werden.

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Ja und wenn man einen höheren Betrag erwartet, dauert die Überweisung ewig. Für meine Frau habe ich € 50 bereits Anfang Februar 2015 bekommen. Ich erwarte mir wie in den Jahren zuvor wegen hoher Abschreibungen ca. € 2.800,-, die bekomme ich wieder wahrscheinlich frühestens Mitte April 2015. Der Staat muss sparen und der Bürger/Steuerzahler soll warten, warten, warten !!!


Ist das nicht ein tolles System?
Zuerst nimmt man dem Bürger immer höhere Steuern ab, danach darf er als Bittsteller zum Finanzamt pilgern, dazwischen kann man mit der Verwaltung (und den unzähligen Ausnahmen und Selbstbehalten) möglichst viele Parteigünstlinge beschäftigen.


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