Blitz-Reisen: Overather Firma veranstaltet Fernbusreisen abseits der bekannten Routen

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Angelika Bonifer organisiert von ihrem Overather Schreibtisch aus Busreisen in weit entfernte Länder. Stephan Brockmer hat sie von ihrem Job und den ungewöhnlichen Reisen erzählt.

Angelika Bonifer veranstaltet Busreisen, allerdings fernab von den ansonsten bekannten Städtetouren. Die jüngste ging in den Iran. Stephan Brockmeier hat mit der Reisekauffrau gesprochen.

Die Overather Firma Blitz-Reisen, für die Sie tätig sind, veranstaltet Busreisen, und die neuerdings sogar durch Persien. Aber sind Bustouren nicht eher betuliche Rentner-Veranstaltungen? Wie passt das zu einer Fahrt durch den Iran?

Gegen das Vorurteil, dass Busreisen nur etwas für Rentner sind, kämpfen wir seit Jahren an. Unsere Reisen sind für alle Altersgruppen geeignet und sind keine Erholungs-, sondern Erlebnisreisen. Wir möchten den Gästen so viel wie möglich zeigen. Das ist ein straffes Programm, kein betuliches.

Was ist konkret Ihr Job dabei?

Ich bin das Mädchen für alles. Ich organisiere unter anderem unsere Fernreisen beispielsweise nach Kanada und Alaska, kaufe die Hotelzimmer ein, besorge die Reiseleiter, mache die Reservierungen für die Besichtigungen. Von Ausnahmen abgesehen haben wir keine Agentur vor Ort, die alles für uns organisiert, sondern wir machen es selbst.

Reisen Sie dafür selbst oder ist das eine Schreibtischtätigkeit?

Eine reine Schreibtischtätigkeit.

Und das geht – von Ihrem Overather Schreibtisch aus?

Natürlich.

Das braucht Fantasie, oder?

Fantasie und Erfahrung. Das Internet hilft heute sehr. In meiner Anfangszeit mussten wir telefonieren, und es gab Telexe. Fax war schon ganz modern. Heute kann man alles googeln. Man findet die Partner im Internet, schreibt sie per E-Mail an…

…und erlebt keine Reinfälle?

Man muss sich die Partner sehr genau aussuchen. Wir führen viele Reisen durch und wissen, bei wem wir reservieren. Nur der Iran war jetzt für uns absolutes Neuland, ein wirkliches Abenteuer.

Haben Sie persönlich noch direkten Gästekontakt?

Natürlich. Gerade Kanada/Alaska und Iran sind sehr beratungsintensiv. Ich stehe als Ansprechpartner zur Verfügung, am Telefon oder persönlich. Wir vereinbaren Termine, die Leute kommen hierher, und wir unterhalten uns bei einer Tasse Kaffee über die Reise.

Der Iran galt bis vor kurzem noch als Schurkenstaat. Wie hat die Organisation funktioniert?

Im Fall Iran habe ich gesagt: Das können wir nicht selbst machen, wir brauchen einen Partner vor Ort, der sich auskennt. Ich habe im Internet nach Incoming-Agenturen recherchiert, Agenturen vor Ort, die diese Reisen organisieren. Ich habe einen Österreicher mit einem Büro in Österreich und einem in Teheran gefunden. Mit einem Europäer zusammenzuarbeiten war für den Anfang ganz gut. Alles war sehr gut organisiert.

Hat’s mal ein Problem gegeben? Vielleicht einen Platten am Bus?

Nein, im Iran nicht. Dass mal eine Panne passiert, ist eigentlich völlig normal, aber im Iran hat alles wie am Schnürchen geklappt.

Wie sind Ihre Gäste vor Ort aufgenommen worden?

Alle waren begeistert. Die Menschen im Iran sind sehr freundlich und offen. Jedes Mal, wenn unser Bus in einem der Dörfer auftauchte, liefen die Leute zusammen. Unser Fahrer hat hinterher erzählt, er sei noch nie so oft fotografiert worden. Jeder wollte ein Bild haben, mit ihm und dem Bus. Viele sprachen englisch, manche auch deutsch.

Aber die weiblichen Reisenden mussten sich komplett verhüllen. Hat eine Religionspolizei das Outfit kontrolliert?

Nein, eine Religionspolizei nicht. Aber Kopftuch ist Pflicht, sobald man das Hotelzimmer verlässt. Man muss aber kein langes Gewand tragen. Die meisten trugen ein Kopftuch, eine längere Hose, darüber eine Tunika mit längeren Ärmeln. Das war auch absolut passend, denn es war ja nicht so heiß im November. Das Kopftuch rutschte im Laufe der Reise immer weiter nach hinten. Das war genauso wie mit dem Land-Stadt-Gefälle bei den Iranerinnen selbst: Auf dem Dorf sieht man viele mit Tschador, aber in den größeren Städten sind die jungen Frauen sehr westlich gekleidet – eben mit Tunika und Kopftuch, das immer weiter nach hinten rutscht.

Lässt sich für Sie der Iran als berufliches Projekt noch toppen?

Eigentlich nicht, weil wir das mit unserem eigenen Bus gemacht haben.

Wie ist Ihr Bus in den Iran gekommen?

Wir hatten zuvor eine Türkei-Reise. Das Fahrzeug war also schon dort und ist in zwei Tagen von Istanbul quer durch Anatolien in Richtung Nord-Iran gereist. Der Grenzübertritt war ein Abenteuer. Jede Menge Papiere. Von der Agentur half jemand bei den Formalitäten. Es hat eine Weile gedauert, bis der Wagen aus der Türkei raus war und noch eine Weile, bis er im Iran war, aber unser Busfahrer ist sehr erfahren und hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Von der Grenze waren es noch drei Stunden Fahrt bis Tabriz. Dort landeten unsere 25 Gäste um vier Uhr mit dem Flugzeug. Es ging dann erst mal ins Hotel, und um elf Uhr begann das Programm.

Sind solche Zeiten nicht eher was für jüngere Leute?

Unsere Gäste sind hart im Nehmen (lacht). Der älteste war 80.

Und der hat’s auch gut überstanden?

Er hat’s gut überstanden! Wir haben auch eine über 90-jährige Dame, die öfter mal eine Fernreise macht und schon in Südafrika und Oman war. Und wir haben sogar einen Hundertjährigen. Aber der macht nur kurze Reisen.

Wohin fahren Sie selbst in Urlaub?

Weg von den großen Touristenzielen. Dieses Jahr geht’s in die Pyrenäen zum Wandern.

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